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Substanz
| Cannabis gehört zur Familie der Hanfgewächse (Cannabis sativa,
Cannabis indica, Cannabis ruderalis). Der Hauptwirkstoff Tetrahydrocannabinol
(THC) befindet sich vor allem im Blütenharz der weiblichen Pflanze.
Cannabis gibt es in drei Hauptverarbeitungsformen:
Die getrockneten Blütenblätter, Stängel und Blätter
der Pflanze bezeichnet man als Marihuana (auch Gras, Weed oder Ganja).
Der THC-Gehalt beträgt bei Marihuana 5 bis 20 %.
Das getrocknete Harz aus den Drüsenhaaren der Pflanze wird als Haschisch
(auch Dope oder Shit) bezeichnet und ist in der Regel wirksamer als Marihuana.
Es besteht aus dem gepressten Harz der Pflanze und wird meist noch mit
Henna, Honig, Baumharzen, Sand etc. gestreckt. Der THC-Gehalt beträgt
bis zu 15 %.
Ein weiteres Cannabisprodukt ist das zähflüssige Cannabisöl.
Es wird durch Einweichen, Filtern und Eindampfen von mit Cannabis (Pflanzenteile,
Samen) versetzten Lösungsmitteln hergestellt. Der THC-Gehalt beträgt
bis zu 70 %
Konsumformen Die Cannabis-Produkte werden meist in selbstgedrehten Zigaretten
(Joint), Wasserpfeifen (Bong, Blubber, Schischa) oder anderen, oft selbstgebauten
Geräten (Eimer, Erdloch), pur oder mit Tabak vermischt, geraucht.
Die wirksame Dosis 2 - 22 mg THC.
Cannabis kann aber auch oral in Getränken wie Tee aufgelöst
oder in Gebäck, Konfekt u.ä. verbacken eingenommen werden. Die
wirksame Dosis liegt hier bei 20 - 90 mg.
Wirkung | Die Wirkung tritt nach ca. 10 Minuten (beim
Rauchen) bzw. 30 bis 90 Minuten (oral) ein. THC wirkt in einer ersten
Phase (ca. 1 - 2 Stunden lang) euphorisch, danach eher beruhigend, sedierend
(insgesamt max. 6 - 8 Stunden).
physisch: beschleunigter Puls, Rötung der Augen, trockener
Mund, gesteigerter Appetit (durch Senkung des Blutzuckerspiegels), Senkung
des Augeninnendrucks, verminderte Schmerzempfindlichkeit
psychisch: Entspannung, Heiterkeit, erhöhte Sensibilität,
veränderte Sinneseindrücke (Farben, Musik), verminderte Konzentrationsfähigkeit.
Positive wie negative Stimmungen werden verstärkt.
mögliche Nebenwirkungen
akut: Schwindel, Übelkeit, Kreislaufprobleme, Halluzinationen,
Wahnvorstellungen, Angstzustände (bis zum sogenannten "Horrortrip")
chronisch: psychische Abhängigkeit, Lungenkrebs, Bronchitis
und andere Lungenerkrankungen, Aktivierung bisher latenter Psychosen,
Einschränkung der geistigen Leistungsfähigkeit (Kurzzeitgedächtnis),
Störung von Spermienbildung bzw. Menstruationszyklus
Wechselwirkungen | Nikotin
schränkt die THC-Wirkung ein, THC verstärkt die Nikotinwirkung
Alkohol überdeckt die THC-Wirkung; starke Kreislaufbelastungen bei
gleichzeitigem Konsum von Amphetaminen, Ecstasy und Cannabis möglich.
Safer Use | Cannabis löst
keine Probleme (d.h. nicht bei/wegen „Schlecht-Draufsein“
kiffen), Personen mit Kreislauferkrankungen sollten kein Cannabis konsumieren.
Unter Cannabiseinfluss nicht am Straßenverkehr teilnehmen. Kein
Drogenkonsum während der Schwangerschaft!
Möglichst kein Mischkonsum. Bei oralem Konsum vorsichtig dosieren,
da die volle Wirkung erst spät eintritt. Täglicher exzessiver
Gebrauch birgt die Gefahr einer Abhängigkeitsentwicklung!
rechtliche Aspekte | Cannabis unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz.
Erwerb, Besitz, Handel und Anbau sind daher strafbar. Das führen
von Fahrzeugen unter dem Einfluss von Cannabis ist verboten.
An dieser Stelle sei noch einmal darauf verwiesen, dass es keine "straffreie"
Menge gibt. Jede Menge ist straffähig. Es gilt jedoch nach §
31a BtMG: Staatsanwaltschaft oder Gericht können (nicht müssen!!)
von der Verfolgung absehen bzw. das Verfahren einstellen, wenn die Schuld
des Täters gering ist, an der Strafverfolgung kein öffentliches
Interesse besteht und es sich um eine geringe Menge zum Eigenverbrauch
handelt.
Nachweisbarkeit: im Blut wenige Stunden, im Urin bei regelmäßigem
Konsum bis zu 12 Wochen.
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| [Aktuell] |
Der Jahresbericht 2009 ist am 01.07.2010 erschienen. Sie finden ihn hier als PDF-Datei.
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