Klärung

Die Auswirkungen von Drogenkonsum sind auch abhängig vom sogenannten Konsummuster - also der Häufigkeit des Konsums im Zusammenhang mit der Lebenssituation des Konsumenten. Es geht hier also nicht um die akuten (kurzfristigen) Folgen einer Substanzeinnahme, sondern um langfristige Handlungen und deren Folgen.

Wir beschreiben beispielhaft unterschiedliche Konsummuster, die zu verschiedenen Einschätzungen und Lösungsmöglichkeiten führen.

Sie finden außerdem Hinweise für Eltern, die nicht sicher sind, ob ihr Kind Drogen konsumiert und Hilfe für ihre Einschätzung und ihr weiteres Vorgehen brauchen.

Außerdem haben wir hier auch Hinweise für Menschen, die häufig länger im Internet unterwegs sind, als Sie eigentlich wollten.

Ketamin als Pulver

Foto: Coaster420, Quelle: Wikipedia

Ketamin als Injektionslösung

Quelle: Wikipedia

Substanz

Ketamin ist ein verschreibungspflichtiges Schmerz- und Narkosemittel und wird vor allem in der Notfallmedizin bzw. bei Operationen eingesetzt.

In der Szene ist es unter den Namen "K", "Kay", "Special K", "Vitamin K", "Keta", "Lady K", "Super Acid", "Green", "Purple" und "Mauve" bekannt.

Es ist in Tablettenform und als Injektionslösung erhältlich.

Konsumform

Die Ketamin-Tabletten werden oral eingenommen oder von manchen Konsumenten auch zu Pulver zerkleinert und geschnupft. Ebenso wird Ketamin häufiger als Partydroge in eingefärbter Pulverform zum nasalen Konsum verkauft. Weiterhin spritzen sich manche Konsumenten die Injektionslösung oder lösen die Tabletten, um sie sich anschließend zu injizieren.

Wirkungen

Ketamin hat in niedrigeren Dosierungen lediglich einen schmerzstillenden Effekt, in höheren Dosen kann es zur völligen Schmerzunempfindlichkeit und zur Narkose führen.

Die wirksame Dosis liegt bei 50 mg.

Der Ketaminrausch ist kaum mit einem anderen Rausch vergleichbar. Häufig kommt es zu Halluzinationen, Geruchs- und Geschmackssinn sind ausgeschaltet.

Einige Konsumenten berichten von einem Gefühl, aus dem eigenen Körper ausgetreten zu sein (Ich-Entgrenzung, Ich-Auflösung). Reize wie Musik und Stimmen werden verzerrt wahrgenommen. Emotionen werden kaum mehr wahrgenommen. Die Handlungsfähigkeit und die Wahrnehmung sind stark eingeschränkt.
Kommunikation ist nur eingeschränkt möglich, da der gedankliche Faden leicht verloren wird.

Mögliche Nebenwirkungen

akut
Amnesie (Gedächntisverlust), Bewusstlosigkeit, Tachykardie (Herzrhythmusstörungen), Hypertonie (Blutdruckanstieg), Atemdepression, Halluzinationen (siehe auch Erste Hilfe im Drogennotfall). Außerdem kann es zu einem Gefühl der vollständigen Auflösung des „Ichs“ kommen. Der Konsument weiß dann nicht mehr wer und wo er ist. In diesem Zusammenhang kommt es zu großen Ängsten und sogenannten "Horrortrips".
Eine Dosis von 900 mg führt bei Erwachsenen zum Tod.

chronisch
Es gibt bisher kaum Untersuchungen zu den Folgen andauernden Ketamin-Konsums. Als gesichert gilt, dass Psychosen und Gedächtnisstörungen auftreten können. Die Entwicklung einer psychischen Abhängigkeit ist möglich. Bei häufigerem Konsum kann es zu Gehirn- und Nervenschäden kommen.

Recht

Ketamin ist verschreibungspflichtig, fällt jedoch nicht unter das Betäubungsmittelgesetz.

Nachweisbarkeit

Im Urin ist das Abbauprodukt Dehydronorketamin 1 - 2 Tage nachweisbar.

Ecstasy - verschiedene Tablettenformen

Foto: DEA, Quelle: Wikipedia

Ecstasy - in Tablettenform (mitte) und als Kapseln (außen)

Foto: Psychonaught, Quelle: Wikipedia

MDMA - Klumpen aus MDMA-Pulver

Quelle: Wikipedia

Substanz

Ecstasy, auch XTC, Adam, E, Teil oder Pille genannt, ist eine synthetische Substanz mit der chemischen Bezeichnung MDMA (3,4-Methylendioxy-N-Methylamphetamin). Ecstasy gibt es als Tabletten, als Kapseln oder als Pulver.

Auf dem „Markt“ wird Ecstasy meist in Tablettenform angeboten, wobei die Reinheit und Konzentration unter den einzelnen Tabletten schwankt. Wegen seiner stimulierenden Wirkung ist Ecstasy schon seit Ende der 1980er Jahre als Party- und Tanzdroge ungemein populär.

Konsumform

Meistens wird Ecstasy in Tabletten- oder Kapselform eingenommen. Die Substanz kann nicht geraucht werden, ein Vorteil durch intramuskuläre und intravenöse Injektion existiert kaum, so dass die orale Einnahme (Essen) die gängigste Konsumform bleibt.

Wirkungen

Die Wirkung setzt nach 20 bis 60 Min. ein und dauert ca. 2 bis 5 Stunden an. Anfangs stellt sich großes Kribbeln im ganzen Körper ein. Gelegentlich wird dieses Gefühl durch Steifheit in den Armen, Beinen und Kinnbacken begleitet.

Der Mund wird trocken, die Pupillen erweitern sich. Das Herz schlägt schneller.

Wenn die Hauptwirkung einsetzt, fühlt man sich entspannt und „weich“. Die Wahrnehmung wird intensiviert und die Kommunikationsfähigkeit gesteigert. Die Wirkung wird von einem Glücksgefühl begleitet.

Nach dem Abklingen der Wirkung fühlt man sich müde und depressiv.

Mögliche Nebenwirkungen

  • Übelkeit, Durchfall, Anstieg des Blutdrucks, Schweißausbrüche, große Pupillen und eine angespannte Kiefermuskulatur mit „Zähnemalen“.
  • Generell werden Durst, Hunger und Erschöpfungsgefühle überdeckt.
  • Ecstasy bewirkt einen Anstieg der Körpertemperatur. Dies kann ein Austrocknen des Körpers und eine Überlastung des Kreislaufs bewirken.
  • Eine Überdosierung kann zu schwerwiegenden Leber-, Nieren- und Hirnschädigungen führen.
  • Auftretende Symptome sind Herzklopfen, Muskelkrämpfe, Lähmungserscheinungen, Übelkeit, Erbrechen, Panik und Halluzinationen (siehe auch Erste Hilfe im Drogennotfall).
  • In Extremfällen kann Ecstasykonsum zum Tode führen.

Über die Folgen häufiger und dauerhafter Einnahme liegen noch keine gesicherten Erkenntnisse vor. Es wird vermutet, dass bei chronischem Gebrauch Schädigungen von Teilen des Gehirns auftreten.

Die Tatsache, dass sich depressive Gefühle nach der Drogenwirkung einstellen, ist ein Hinweis darauf. Die Unumkehrbarkeit von Gehirnschädigungen ist wissenschaftlich umstritten.

Körperliche Abhängigkeit stellt sich nicht ein. Das psychische Abhängigkeitspotenzial wird von Konsumenten selbst dagegen als hoch eingeschätzt.

Wechselwirkungen

  • Ecstasy und Alkohol: trocknet den Körper aus, belastet verstärkt Nieren und Leber. Diese Kombination führt schnell zu Selbstüberschätzung und Leichtsinn.
  • Ecstasy und LSD: die halluzinogene Wirkung wird wesentlich verstärkt, kann aber auch ins völlig Unkontrollierbare abdriften.
  • Ecstasy und Speed: Speed hebt die einfühlsame Ecstasywirkung auf.

Safer Use

  • Bei ungetesteten Tabletten sollte die Dosis anfangs niedrig (1/4 Tablette) gehalten werden, da meist unklar ist, welcher bzw. wieviel Wirkstoff enthalten ist.
  • Nach Einnahme von Ecstasy viel trinken (keinen Alkohol!) auch wenn du keinen Durst verspürst!
  • Kein Konsum in der Schwangerschaft!
  • Ecstasy sollte nicht eingenommen werden bei Herz- oder Gefäßkrankheiten, bei Diabetes, bei Leber- und Nierenerkrankungen sowie bei Epilepsie.
  • Generell sollte auf die Einnahme verzichtet werden, wenn sonst irgendwelche Medikamente genommen werden.
  • Besonders riskant ist die Einnahme zusammen mit Antidepressiva des Typs MAO-Hemmer; diese Kombination schädigt das Nervensystem, da MDMA nicht mehr abgebaut wird und es somit zu Vergiftungserscheinungen kommt.
  • Wenn du dich entschieden hast Ecstasy zu nehmen, tu es bewusst und passe darauf auf, dass die äußere Umgebung, der innere Zustand und die Erwartungen an die Wirkung zusammenpassen.
  • Wenn du dich aber ängstlich, gestresst oder beunruhigt fühlst, lass es sein.
  • Wenn die typischen Wirkungen ausbleiben oder nur in abgeschwächter Form auftreten, kann das bedeuten, dass sich der Körper bereits zu sehr an die Wirksubstanz gewöhnt hat.
  • Unbedingt Konsumpausen von mehreren Wochen einlegen! Weiterer Konsum ist sinnlos und gefährlich.
  • Schwere Antriebsstörungen oder Depressionen können die Folge sein.

Recht

Ecstasy unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz. Erwerb, Besitz und Handel sind daher strafbar. Das führen von Fahrzeugen unter dem Einfluss von Ecstasy ist verboten.

Nachweisbarkeit

Ecstasy ist im Blut bis zu 24 Stunden und im Urin 1 bis 3 Tage nachweisbar, in Haaranalysen bei wiederholtem Konsum wesentlich länger.

Substanz

Benzodiazepine wird eine Gruppe von Wirkstoffen genannt, die als angstlösende, zentral muskelrelaxierende, sedierend und hypnotisch wirkende Arzneistoffe zur in der Regel kurzzeitigen Behandlung u.a. von Schlafstörungen, Angst- und Unruhezuständen, Grübelneigung, Verkrampfungen und epileptischen Anfällen eingesetzt werden. Diese Wirkstoffgruppe gehört zu den so genannten Tranquilizern.

Zu den am häufigsten in der illegalen Drogenszene konsumierten Substanzen gehören Diazepam (z.B. Valium®), Flunitrazepam (z.B. Rohhypnol®, Fluninoc®), Oxazepam, Bromazepam und Temazepam.

Benzodiazepine sind mindestens verschreibungspflichtig. Die meisten Benzodiazepine sind in die Anlage III (verkehrsfähige und verschreibungsfähige Betäubungsmittel) des BtMG aufgenommen worden. Der Gesetzgeber hat hierbei Höchstmengen pro abgeteilter Form und/oder Höchstmengen pro Packung festgelegt, unterhalb derer die Betäubungsmittel-Verschreibungs-Verordnung nicht gilt.

Übliche Szenenamen für die Substanz sind: Benzos, Flunis, Dias oder Rivos.

Konsumform

Benzodiazepine werden als Tabletten, Tropfen, Zäpfchen oder Ampullen verschrieben.

Insbesondere in Heroinszenen wird sehr häufig mit -ursprünglich meist legal verschriebenen- Benzodiazepinen gehandelt. Nicht selten werden hier die Tabletten nicht nur geschluckt, sondern auch in Wasser gelöst und intravenös konsumiert.

Wirkungen

Die Wirkungen von Benzodiazepinen zeichnen sich durch eine angst- und krampflösende, entspannende, beruhigende, erregungs- und aggressionsdämpfende sowie schlafanstoßende Weise aus. Bestimmte Benzodiazepine können ein rauschartiges, so genanntes „Kick- Gefühl“ hervorrufen, das über die subjektive Wohlbefindlichkeit hinausgeht.

Bei einer Abhängigkeitserkrankung, speziell bei mehrfach Drogenabhängigen, können komplexe Rauschzustände auftreten, die von Euphorie, deliranter Ekstase oder psychotischer Erlebnisverarbeitung gekennzeichnet sind.

  • Wirkungseintritt nach ca. 15 Min.. Dauer und Intensität ist je nach Medikamenten und Dosis unterschiedlich, von 1,5 bis 48 Stunden.
  • Alle Benzodiazepine hemmen die Aktivität von Nervenzellen und wirken dadurch beruhigend, muskelentspannend, schlaffördernd und krampflösend.
  • Die Herztätigkeit verlangsamt sich, und der Blutdruck sinkt.
  • Die bewusste Wahrnehmung und die Intensität der Gefühle werden unter der Wirkung von Benzodiazepinen herabgesetzt.
  • Benzodiazepine können erregungs- und angstmindernd, einschläfernd und antiepileptisch wirken.

Mögliche Nebenwirkungen

Im akuten Fall kann es bei der Einnahme von Benzodiazepinen zu Gedächtnisstörungen und zu einer verminderten Wahrnehmungs- und Reaktionsfähigkeit kommen. Dadurch wird beispielsweise die Fahrtüchtigkeit stark eingeschränkt. Unerwünschte Nebeneffekte können sich auch durch Müdigkeit, Kopfschmerzen, Niedergeschlagenheit, Muskelschwäche, Benommenheit und Schwindelgefühle äußern.

Bei einer längeren Einnahmedauer besteht die Gefahr der Gewöhnung und Toleranzbildung, welche dann zu einer körperlichen Abhängigkeit führen kann. Abhängig vom Alter, von der Dosis und vor allem von der Dauer der Einnahme stellen sich beim Absetzen starke Entzugssymptome ein, die mehrere Wochen bis Monate anhalten können. Das abrupte Absetzen von Benzodiazepinen führt zu Schlafstörungen, starken Erregungszuständen mit innerer Unruhe sowie schweren Spannungszuständen bis hin zu einer erhöhten Suizidneigung. Zu den weiteren typischen Entzugserscheinungen gehören u. a. Schwäche, Schwindel, Zittern, Schlafstörungen und Unruhe. Zu einer erhöhten Angstbereitschaft mit Panikattacken können sich Entfremdungserlebnisse und Wahrnehmungsstörungen in verschiedenen Sinnesbereichen einstellen.

Auftretende Symptome bei Überdosierung sind Bewusstlosigkeit, Atemdepression und Blutdruckabfall (siehe auch Erste Hilfe im Drogennotfall).

Wechselwirkungen

Bei dem gleichzeitigen Gebrauch von Benzodiazepinen und Heroin, Methadon/Polamidon oder Alkohol kann es vorkommen, dass sich die Wirkungen gegenseitig verstärken. Der Konsument könnte beispielsweise in einen schmerzunempfindlichen Tiefschlaf fallen (Erfrierungen im Winter oder Wohnungsbrände durch abbrennende Zigaretten könnten hier die Folgen sein) oder die Atmung könnte aussetzen (Opiate und Benzodiazepine haben jeweils eine atemdepressive Wirkung!).

Safer Use

  • Kein Mischkonsum, speziell mit Alkohol, Heroin oder Schlafmitteln! Durch verstärkende Wechselwirkungen kann es hierbei zu Atemlähmung und Erstickung kommen.
  • Unerwünschte Muskelentspannung und die einschläfernde Wirkung von Benzodiazepinen kann Stürze oder andere Unfälle nach sich ziehen – deshalb Personen in dieser Situation nicht unbeaufsichtigt lassen!
  • Die Anwendung von Benzodiazepinen während der Schwangerschaft kann zu Fehlbildungen des Fötus führen.
  • Tabletten sind zum Schlucken gemacht und nicht zum Spritzen! Die Wirkstoffe sind meist durch Talkum gebunden. Wenn Talkum direkt in die Blutbahn gelangt, kann es schwere körperliche Probleme geben: Ablagerungen im Gewebe und in den Venen führen früher oder später zu Entzündungen und Verstopfungen der Blutbahn (Thrombose) – im schlimmsten Fall droht dann sogar eine Amputation.
  • Die Absetzung von Benzodiazepinen sollte (ebenso wie die Einnahme) nur unter ärztlicher Begleitung oder – bei chronifizierter Abhängigkeitserkrankung - im stationären Rahmen erfolgen!

Recht

Benzodiazepine sind verschreibungspflichtige Medikamente, d.h. man kann sie nur mit einem ärztlichen Rezept legal erwerben. Ab einem bestimmten Wirkstoffgehalt oder einer bestimmten Packungsgröße unterliegen Benzodiazepine auch der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung. Das bedeutet, dass man beim illegalen Erwerb gegen das BtMG verstößt.

Unter dem Einfluss von psychoaktiven Medikamenten ist das Führen eines Fahrzeuges generell nicht erlaubt. Werden bei einem Unfall solche Substanzen im Blut nachgewiesen, erlischt der Versicherungsschutz. Weiterhin folgt der Entzug des Führerscheins, dieser kann nur nach der Durchführung einer MPU zurückerlangt werden.

Nachweisbarkeit

Benzodiazepine sind bei geringen konsumierten Mengen bis zu 3 Tagen, bei Langzeitkonsum bis zu 6 Wochen im Urin nachweisbar. Im Blut können Benzodiazepine einige Stunden bis Tage nachgewiesen werden.

In den Haaren ist jeglicher Substanzkonsum je nach Haarlänge nachweisbar (1 cm entspricht 1 Monat).

Substanz

Amphetamine (alpha-Methylphenethylamin, auch Phenylisopropylamin) gehören zu den synthetisch hergestellten Drogen mit stimulierenden Eigenschaften. Sie sind verschreibungsfähig und -pflichtig und wurden bzw. werden in der Medizin zur Behandlung von Übergewicht, Asthma oder Erschöpfung in wechselnden Formen wie Pulver, Kapseln, Tabletten oder Flüssigkeiten eingesetzt.

Amphetamine werden in der Drogenszene mit diversen Zusatzstoffen wie z.B. Milchzucker und Paracetamol versetzt und im Szenejargon als Speed oder Pep bezeichnet.

Konsumform

Speed bzw. Pep ist auf dem illegalen Markt meist in Pulver- oder Tablettenform erhältlich und wird gesnieft oder geschluckt, in seltenen Fällen injiziert.

Wirkungen

Die Wirkung setzt je nach Konsumform unterschiedlich schnell ein:

  • bei nasalem Konsum (sniefen) nach 30 bis 120 Sekunden,
  • bei oralem Konsum nach etwa 20 bis 30 Minuten
  • und bei intravenösem Konsum innerhalb weniger Sekunden.

Nach 4 bis 6 Stunden klingt die Wirkung ab.

Vergleichbar mit dem Ecstasywirkstoff MDMA bewirken Amphetamine eine körperliche und geistige Aktivierung des Konsumenten.

Der Betroffene fühlt sich gestärkt, kraftvoll und von Sorgen befreit. Erhebliche intellektuelle Leistungen sind für einige Stunden möglich. Speed führt dem Körper jedoch keineswegs von außen Energie zu. Vielmehr verbraucht es die Ressourcen des Körpers bis zur völligen Erschöpfung. Nach einigen Stunden verringert sich die stimulierende Wirkung und ein Gefühl von Schwäche und Müdigkeit tritt ein.

Ein leichtes Gefühl der Euphorie wird von gesteigerten Selbstwertgefühlen und verminderten Unsicherheiten und Minderwertigkeitsgefühlen begleitet.

Mögliche Nebenwirkungen

  • Der Amphetamin-Konsum kann zu Erhöhung des Blutdrucks, Herzrasen, Zittern der Hände aber auch zu Magenschmerzen und Übelkeit nach der Einnahme führen.
  • Es kann zu innerer Unruhe, springenden Gedanken bis hin zu Panikzuständen kommen.
  • Das nach außen gerichtete Verhalten kann in Aggressivität umschwenken, die Selbstwahrnehmung kann sich zu einer gefährlichen Selbstüberschätzung wandeln.
  • Vergiftungserscheinungen äußern sich in Kopfschmerzen, Zittern, rasendem Puls oder Verwirrtheitszuständen. Außerdem können Bewusstlosigkeit und Herzrhythmusstörungen bis hin zu Herzstillstand die Folgen sein (siehe auch Erste Hilfe im Drogennotfall).
  • Bei regelmäßigem Gebrauch der Substanz durch sniefen in die Nase kann die Nasenschleimhaut dauerhaft geschädigt werden.
  • Dauerhafter Gebrauch führt zu starkem Gewichtsverlust und körperlichen Mangelerscheinungen.
  • Massive Schlafstörungen und anhaltende innere Unruhe treten ein.
  • Symptome wie Paranoia, Halluzinationen und starke Aggressionen im Wechsel mit Depressionen sind zu beobachten.
  • Das Nachlassen der Wirkung wird häufig von einem vorübergehenden depressivem Zustand begleitet. Das verleitet nicht selten zu einem Wiederholen des Konsums.
  • Die Gefahr einer psychischen Abhängigkeit ist also sehr groß.

Wechselwirkungen

  • Der kombinierte Gebrauch mit Substanzen, die ebenfalls im Gehirn wirken (z.B. Ecstasy) kann das Gehirn schädigen.
  • Um die Wirkung von Amphetaminen zu beheben, werden nicht selten Beruhigungsmittel verwendet. Dies setzt allerdings einen gefährlichen Kreislauf in Gang, der nur schwer zu durchbrechen ist. Dieser Mischkonsum ist sehr risikoreich und die Wirkung kaum einschätzbar.
  • Es gibt bislang keine langfristigen Untersuchungen zum kombinierten Gebrauch mit Genussmitteln wie Alkohol, Nikotin oder Koffein.
  • Eine Gefahr für die Gesundheit kann in diesem Fall nicht ausgeschlossen werden.

Safer Use

  • Die Dosis sollte anfänglich 10 mg nicht überschreiten.
  • Bei Vorerkrankungen der Organe, bei Herzgefäßerkrankungen sowie bei hohem Blutdruck, Diabetes, Epilepsie und Erkrankungen des Gehirns (neurologisches Krankheitsbild) solltest du auf die Einnahme von Speed ganz verzichten.
  • Kein Konsum in der Schwangerschaft!
  • Da der Reinheitsgehalt von Speed stark schwankt, ist es wichtig, dass du deine Quelle gut kennst.
  • Gebrauche Speed nur in einem vertrauensvollen Umfeld und einem gefühlsmäßig stabilen Zustand.
  • Nimm nicht gleich eine ganze Pille ein. Probiere erst ein Drittel oder die Hälfte einer Tablette.
  • Denke besonders beim Tanzen daran Pausen zu machen und viel zu trinken (kein Alkohol), auch wenn du keinen Durst verspürst.
  • Gönne deinem Körper Pausen, wenn es nötig ist.

Recht

Amphetamine unterliegen dem Betäubungsmittelgesetz und sind verschreibungspflichtig.

Herstellung, Handel und Besitz ohne Genehmigung sind daher strafbar. Das führen von Fahrzeugen unter dem Einfluss von Amphetaminen ist verboten.

Nachweisbarkeit

Die Nachweisbarkeitsdauer von Amphetaminen im Urin schwankt zwischen 1 - 3 Tagen. Im Blut ist Amphetamin etwa 6 - 24 Stunden lang nachweisbar. In den Haaren ist jeglicher Drogenkonsum je nach Haarlänge nachweisbar (1 cm entspricht 1 Monat).

Substanz

Alkohol gehört zu den ältesten Rauschmitteln der Menschheit und ist ein Produkt vergorener Frucht- und Getreidesorten. Sein Wirkstoff ist Äthylalkohol - ein giftiger Kohlenwasserstoff, der in Dosierungen bis zu 80 % in verschiedenen Getränken angeboten wird. Heute gehört Alkohol als so genanntes Genussmittel gesetzlich zu Lebensmitteln.

Konsumform

Alkohol wird oral in Form von Getränken aufgenommen.

Wirkungen

Die Wirkung hängt von der Alkoholmenge und dem Zustand des Konsumenten ab. 30 bis 60 Min. dauert es bis der Alkohol über den Magen bzw. den Dünndarm im Blut aufgenommen wird. Mit nüchternem Magen wird der Alkohol schneller aufgenommen, als nach einer Mahlzeit.

Die Alkoholwirkung hat mit individuellen Schwankungen einen bei den meisten Menschen typischen Verlauf: anfangs anregend, stimmungshebend, dann entspannend, schließlich schlaffördernd und muskelentspannend.

In kleinen Mengen wirkt Alkohol eher entspannend und enthemmend. Das allgemeine Wohlbefinden und die Stimmung werden gleichzeitig gesteigert. Große Mengen führen zu Anregungen, Abnahme der Selbstkritik und damit der Kontrolle über die Aggressivität. Die Abnahme der Selbstkritik kann zu Selbstüberschätzung führen, das heißt, es werden Dinge gesagt und Handlungen gesetzt, die im nüchternen Zustand kaum zustande gekommen wären. Alkohol erweitert die Blutgefäße und simuliert dem Konsumenten falsches Wärmegefühl, so dass es leicht zu einer Unterkühlung kommen kann.

Unter Alkoholeinfluss wird die motorische Koordination beeinträchtigt, Sehleistung, Hör- und Konzentrationsfähigkeit werden eingeschränkt.

Mögliche Nebenwirkungen

Übermäßiger Alkoholkonsum ist mit Schwindel, Übelkeit und Erbrechen verbunden. In Extremfällen kann es zu einer Vergiftung kommen, die zu einer Bewusstlosigkeit oder gar zum Tod führen kann.

Da Alkohol den Körperzellen das Wasser entzieht, können alle Organe irreversibel geschädigt werden. Zu den meisten vom Alkoholkonsum herbeigeführten Schäden zählen in der Regel Folgende: Leberschäden, Funktionsstörungen des Nervensystems, des Magen-Darm-Trakts, des Herzens und der Bauchspeicheldrüse.

Weiterhin werden bei chronischem Missbrauch von Alkohol vorzeitiges Altern, Depressionen und Störungen von Gehirnzellen beobachtet. Es besteht die Gefahr einer sich langsam entwickelnden körperlichen und psychischen Abhängigkeit.

Wechselwirkungen

Beim gleichzeitigen Konsum von Alkohol und anderen Substanzen kann es zu sehr gefährlichen und nicht abschätzbaren Wechselwirkungen (z.B. stärkere Herabsetzung der Herz- und Atemfunktion) kommen. Alkohol nicht mit atemdepressiven Substanzen wie GHB, Ketamin, Benzodiazepinen etc. kombinieren (kann z.B. zu Atemdepression, Atemstillstand führen!). Die Kombination von Alkohol mit GHB ist einer der häufigsten Gründe für Drogennotfälle.

Alkohol nicht mit aufputschenden Substanzen kombinieren (z.B. Ecstasy, Kokain, Speed etc.): große Belastung von Leber, Nieren und Kreislauf, trocknet den Körper aus und kann zu Wärmestau und Überhitzung führen.

Safer Use

  • Vom gleichzeitigen Konsum von Alkohol und jeglichen Drogen oder Medikamenten ist dringend abzuraten, da sich hierdurch das Risiko gesundheitlicher Schäden deutlich erhöht.
  • Zwischen alkoholischen Getränken Wasser zu trinken kann Betrunkenheit vorbeugen.
  • Auch Mischkonsum von verschiedenen alkoholischen Getränken ist nicht empfehlenswert.
  • Alkohol sollte am besten in geringen Mengen und guter seelischer und körperlicher Verfassung konsumiert werden.
  • Bei bestehenden Infektionskrankheiten (z.B. Grippe) ganz auf Alkohol verzichten, da dieser die Abwehrkräfte schwächt.
  • Trinke Alkohol nicht auf leeren Magen!
  • Kein Alkoholkonsum in der Schwangerschaft!
  • Bedenke die Beeinträchtigung der Fahrtauglichkeit!

Recht

Alkohol in seinen verschiedenen Formen ist im Handel frei erhältlich. Er darf lediglich nicht an Jugendliche unter 18 bzw. 16 Jahren abgegeben werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass diese Substanz ungefährlich ist und risikofrei konsumiert werden kann!

Die Teilnahme am Straßenverkehr ist ab einer bestimmten Alkoholkonzentration im Körper nicht mehr erlaubt. Genauere Informationen zu Promillegrenzen im Straßenverkehr gibt es hier.

Nachweisbarkeit

Die Nachweisbarkeit im Körper ist entscheidend von der getrunkenen Menge abhängig. In der Regel baut der Körper 0,1 Promille (Tausendstel Teile) Alkohol im Körper pro Stunde ab. Der Alkoholgehalt im Körper ist über die Atemluft, das Blut und den Urin nachweisbar.

Substanz

Substanzen, die sich hinter szeneüblichen Namen verbergen bzw. wie deren Beschaffenheit in Konsistenz, Form und Farbe ist.

Konsumformen

Konsumformen, die üblich bzw. möglich sind sowie kurze Erläuterungen zu den erwünschten Wirkungen der jeweiligen Substanz.

Wirkungen

Symptome der in der Regel erwünschten Wirkung

Mögliche Nebenwirkungen

Unerwünschte körperliche und psychische Wirkungen, die beim oder kurz nach dem Konsum dieser Substanz auftreten können, Langzeitfolgen bei häufigem Konsum, Symptome bei Überdosierung.

Wechselwirkungen

Wer mehrere Drogen gleichzeitig konsumiert, hat neben den erwünschten Effekten auch mit unangenehmen Wechselwirkungen zu rechnen, die in körperlicher Hinsicht oft problematisch sein können, aber von Konsumenten nicht unbedingt wahrgenommen werden.

Safer Use

"Regeln" für einen weniger riskanten Umgang mit Drogen, die Drogenkonsum aber nicht "sicher" machen können! Zu verstehen als "... wenn Du schon konsumierst, dann beachte wenigstens diese Regeln!"

Recht

Rechtliche Aspekte im Zusammenhang mit der jeweiligen Substanz.

Nachweisbarkeit

Beschreibung der ungefähren Nachweisdauer im Körper. Siehe auch unser Infoblatt Dauer der Nachweisbarkeit von Substanzen im Körper.

Tilidin als Medikament für die Behandlung starker und sehr starker Schmerzen

Foto: Ralf Roleček, Quelle: Wikipedia

Substanz

Tilidin ist ein synthetisches Opioid, das in der Medizin als Schmerzmittel eingesetzt wird. Es hat allerdings eine im Vergleich zu Morphin 5-mal schwächere, schmerzstillende Wirkung. Im WHO-Stufenplan zur Schmerztherapie wird es daher als schwach wirkendes Opioid eingestuft und für mittelstarke Schmerzen empfohlen (Stufe II von III).

Wird das Medikament missbräuchlich verwendet, besteht die Gefahr, dass Tilidin körperlich abhängig macht. Als Monopräparat unterliegt Tilidin daher den Bestimmungen des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG). In Deutschland darf es nur als Kombinationspräparat mit Naloxon (Anteil 8%) angewendet werden, z. B. Valoron® N.

Naloxon ist ein Gegenspieler zu Tilidin, es hebt dessen Wirkung auf. Das Mischungsverhältnis ist dabei so gewählt, dass die schmerzstillende Wirkung von Tilidin bei normalen Dosierungen und oraler Verabreichung (schlucken) nicht durch Naloxon beeinträchtigt wird. Erst bei höheren Dosierungen oder i. v. Injektion (spritzen) wird das Naloxon wirksam und neutralisiert die Wirkung von Tilidin. Bei Opiatabhängigen erzeugt das Naloxon zudem Entzugssymptome. Dadurch sollen Missbrauch und Abhängigkeit vorgebeugt werden.

Konsumform

Tilidin kann als Medikament in Tropfenform oder als Retardtablette eingenommen werden.

Wirkungen

Die schmerzlindernde Wirkung tritt im Zeitraum von 10 bis 15 Min. ein und hält ungefähr 4 bis 6 Std. an. Das Wirkungsmaximum wird nach etwa 25 bis 50 Min. erreicht (bei 100 mg Tilidin plus 8 mg Naloxon oral).

Tilidin ist in niedrigen Dosen nur gering sedierend und macht eher aktiv. Ansonsten löst es eine typische Opiod-Euphorie aus. Ein warmes Körpergefühl gepaart mit einem etwas dumpfen Wohlbefinden.

Mögliche Nebenwirkungen

Neben der gewünschten schmerzstillenden Wirkung können unerwünschte Wirkungen auftreten. Gelegentlich treten Schwindel, Benommenheit, Übelkeit und Erbrechen auf.

Diese Symptome können verstärkt unter körperlicher Belastung auftreten. Es ist deshalb empfehlenswert, sich nicht körperlich anzustrengen und sich bei Schwindelgefühl hinzulegen.

Wechselwirkungen

Bei gleichzeitiger Einnahme von Alkohol oder Beruhigungsmitteln kommt es zu einer gegenseitigen Verstärkung und Verlängerung der dämpfenden Wirkung auf das Zentralnervensystem. Diese Kombinationen können so stark atemdepressiv (flache, langsame Atmung) wirken, dass es zum Tode durch Atemlähmung kommen kann (siehe auch Erste Hilfe im Drogennotfall).

Safer Use

Tilidin sollte ebenfalls nicht mit anderen Opioiden kombiniert werden, da die resultierende Wirkung aufgrund von Wechselwirkungen nicht abgeschätzt werden kann.

Recht

Tilidin wird im Betäubungsmittelgesetz (BtMG) unter Anlage III (verkehrsfähige und verschreibungsfähige Betäubungsmittel) aufgelistet. Kombinationspräparate mit Naloxon unterliegen nur der Rezeptpflicht.

Nachweisbarkeit

Tilidin ist im Blut ca. 12 Stunden, im Urin ca. 3 Tage nachweisbar.

Substanz

Tramadol ist der Wirkstoff eines Medikamentes aus der Gruppe der Opioide zur Behandlung von mittelstarken bis starken Schmerzen verschiedener Ursache. Es ist kein reines und typisches Opioid.

Konsumform

Tramadol wird als Medikament in Tropfen oder Tablettenform hergestellt.

Wirkungen

Tramadol wirkt zunächst schmerzstillend, bei moderater Dosierung auch stimulierend. Bei hoher Dosierung kann Tramadol stark narkotisierend wirken.

Mögliche Nebenwirkungen

Die häufigste unerwünschte Wirkung ist Übelkeit. Häufig treten Kopfschmerzen, Benommenheit, Erbrechen, Verstopfung, Mundtrockenheit, Schwitzen und Erschöpfung auf. Gelegentlich kommt es zu Störungen der Kreislaufregulation mit Herzklopfen, tiefem Blutdruck und Kollaps, sowie zu Hautreaktionen.

Selten sind: Appetitveränderungen, Ameisenlaufen, Zittern, Krämpfe, Muskelzuckungen, Koordinationsstörungen, Sehstörungen, psychische Störungen, Miktionsstörungen und allergische Reaktionen. Atemstörungen und Atemdepression sollen im Gegensatz zu anderen Opioiden nur selten auftreten. Schwere Hautreaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom sind sehr selten.

Eine psychische sowie körperliche Abhängigkeit kann sehr schnell, auch bei kurzfristigem Konsum eintreten. Die Einnahme über einen längeren Zeitraum kann zu einer vermehrten Freigabe von Dopamin und Noradrenalin führen, sobald das Medikament abgesetzt wird. Dies kann in den ersten zwei bis drei Wochen nach Absetzen zu verstärktem Schmerzempfinden und Unwohlsein führen.

Wechselwirkungen

Tramadol darf nicht zusammen mit Bupropion und MAO-Hemmern (bestimmte Antidepressiva) verwendet werden, da schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten können.

Wechselwirkungen treten auch auf mit oralen Blutgerinnungshemmern, Alkohol, Benzodiazepinen (Dämpfung des Atemzentrums bis hin zum möglichen Atemstillstand) und serotoninergenen Stoffen. Serotoninergene Stoffe greifen in Vorgänge des Gehirns ein. Zu serotoninergenen Stoffen zählen SSRI-Antidepressiva wie z. B. Fluoxetin und Citalopram und auch illegale Drogen wie Ecstasy und Kokain, aber auch rezeptfreie Zubereitungen aus Johanniskraut (Johanniskrauttee, Johanniskrautextrakt in Kapseln usw.).

Safer Use

Wegen der atemdepressiven Wirkung nicht in Zusammenhang mit Alkohol konsumieren.

Recht

Tramadol (Tramal) ist ein verschreibungspflichtiges Medikament.

Nachweisbarkeit

Tramadol ist im Blut 48 Stunden, im Urin bis zu 8 Tagen nachweisbar.

Spitzkegeliger Kahlkopf (Psilocybe semilanceata) – enthält Psilocybin

Foto: Arp, Quelle: Wikipedia

Psilocybe cubensis getrocknet

Foto: Erik Fenderson, Quelle: Wikipedia

Psilocybe cubensis im Haus gezüchtet

Foto: Mädi, Quelle: Wikipedia

Substanz

So genannte Zauberpilze sind Pilze, die als Wirkstoff Psilocybin und Psilocin enthalten. Diese Wirkstoffe gehören zu den Halluzinogenen. Der Wirkstoffgehalt unterliegt starken Schwankungen und ist immer abhängig von Pilzart, Herkunft und Alter des Pilzes. Zauberpilze werden auch „magic mushrooms“ oder „Psilos“ genannt.

Psilocybe-Pilze können verhältnismäßig leicht mit anderen Arten verwechselt werden, von denen einige tödliche Vergiftungen auslösen können. Ausführliche Informationen zu den verschiedenen Arten und weitere Bilder finden Sie auch auf Wikipedia.

Konsumformen

Die übliche Dosierung von psilocybinhaltigen Pilzen liegt bei 0,5 bis 2 g getrockneten Pilzen bzw. 5 bis 10 g frischen Pilzen, das entspricht ca. 5 bis 20 mg Psylocybin. Die Einnahme der Pilze erfolgt üblicherweise oral und erfordert einige Überwindung des Konsumenten, da die getrockneten Pilze abscheulich schmecken. Auch können die Pilze in Form eines Joints geraucht oder als Teeaufguss getrunken werden.

Wirkungen

Das Wirkspektrum hängt stark von der Dosierung, der Konsumform und der Verfassung des Konsumenten ab. Grundsätzlich wirken Zauberpilze halluzinogen, d.h. sie rufen Störungen der Wahrnehmung hervor.
Nach etwa 20 bis 60 Minuten setzt die Wirkung ein. Zu Beginn kommt es zu leichter Schläfrigkeit, einem inneren Wärmegefühl, der Blutdruck sinkt und die Pupillen weiten sich. Danach folgt eine Phase der Antriebssteigerung. Der User hat ein verändertes Raum-Zeitgefühl, eine veränderte Selbstwahrnehmung und ein erhöhtes Reizempfinden. Zudem sind optische Halluzinationen möglich. Nicht selten tritt auch eine aphrodisierende Wirkung ein, d.h. die Lust auf Sex erhöht sich.

Die eigentliche halluzinogene Wirkung ist nicht so stark wie die von LSD und setzt nach ca. einer Stunde ein. Die optischen Wahrnehmungsveränderungen (Halluzinationen) erreichen nach zwei Stunden ihren Höhepunkt und halten bis zu fünf Stunden an. Der Rausch klingt in der Regel sanft aus. Nicht selten schläft der Konsument dann ein.

Mögliche Nebenwirkungen

Die Pupillen weiten sich, Puls und Blutdruck verändern sich, Erhöhung der Körpertemperatur (Schweißausbrüche), Atembeschwerden und Herzrasen können auftreten. Gelegentlich kann es zu Übelkeit kommen. Möglich sind auch Gleichgewichtsstörungen, ein verändertes Raum-Zeit-Empfinden, Verwirrung und Angstzustände; bei Reizüberflutungen können Panikattacken auftreten.

Der Konsum von Psilocybin kann latente (verborgene) psychische Störungen auslösen.

Wechselwirkungen

Durch Mischkonsum mit anderen Substanzen steigt das Risiko unkalkulierbarer Rauschzustände. Ebenso erhöht und/oder potenziert sich das Risiko gesundheitlicher Schädigungen. Der Verbindung Pilze mit Ecstasy / Speed werden, neben einem erhöhten Hitzeschlagrisiko, Hirnschädigungen nachgesagt.

Safer Use

  • Konsumiere nur Pilze von denen du ganz sicher weißt, dass es die richtigen sind!
  • Konsumiere Pilze nur ausgeschlafen und in guter psychischer und physischer Verfassung! (Set)
  • Konsumiere Pilze nicht alleine, sondern mit einem/einer BegleiterIn, dem/der du vertraust!
  • Achte auf das Setting. Wichtig ist eine stressfreie Umgebung, am besten in der Natur.
  • Pilze sind keine Partydrogen.
  • Konsumiere die Pilze nur nach einer leichten Mahlzeit; iss am besten 6 bis 8 Stunden nur noch wenig, um Übelkeit und andere unangenehme Nebenwirkungen zu vermeiden. Gut kauen!
  • Verwende wenn möglich getrocknete Pilze; wasche rohe Pilze vor dem Verzehr gut ab!
  • Bei heiklen Momenten während des Trips: Lass dich gehen, versuche nicht gegen die Wirkung der Pilze anzukämpfen.
  • Vermeide Mischkonsum, konsumiere Pilze auf keinen Fall mit Alkohol oder Medikamenten zusammen!
  • Meide Straßen und andere "gefährliche" Orte, dein Orientierungsvermögen kann gestört sein.
  • Bei Panikanfällen oder Horrortrips: siehe Allgemeine Informationen unter Erste Hilfe im Drogennotfall
  • Gönne dir nach dem Trip zumindest am Tag danach viel Ruhe und Erholung, um die Erfahrungen verarbeiten zu können.

Recht

Wer psychoaktive Pilze trocknet, erwirbt, anbaut oder sonstwie als Rauschmittel verarbeitet, macht sich strafbar. Die Pilze selbst stehen nicht unter dem BtMG, wohl aber deren Wirkstoffe Psilocybin und Psilocin.

Substanz

Phencyclidin (Abkürzung von Phenylcyclohexylpiperidin, kurz PCP) ist in der Szene auch bekannt als Angel Dust (Engelsstaub), Londrea, Killerweed, Sherman Hemsley, TAC oder Peace Pill und wird missbräuchlich als Partydroge genutzt.

Tatsächlich wurde PCP anfang des 20. Jahrhunderts als Narkosemittel entwickelt, jedoch schon bald aufgrund der unerwünschten Nebenwirkungen wieder vom Markt genommen.

Man fand heraus, dass insbesondere bei längerem Gebrauch die Gefahr einer psychischen Abhängigkeit besteht. Außerdem fand man in Tierversuchen einen das Hirngewebe schädigenden Effekt.

Konsumform

PCP liegt in Reinform als weißes, kristallines Pulver vor. In der Regel wird es oral in Form von Pillen ("tic tac"), Tabletten oder Kapseln konsumiert oder zerkleinert durch die Nase gesnieft. Es ist in gelöster Form aber auch als Flüssigkeit oder als gasförmiges Spray erhältlich.

Wirkungen

Hinsichtlich seiner Wirkungsweise ähnelt Phencyclidin am ehesten Ketamin. Im Vergleich ist PCP weniger schmerzdämpfend, jedoch stärker halluzinogen.

Unter dem Einfluss von PCP geben Konsumenten an, sich von sich selbst als auch von der Umwelt abgespalten wahrzunehmen und zu fühlen.

Die Wirkung von PCP ist sehr unberechenbar und stark abhängig von der Dosis, der momentanen Verfassung, der Umgebung und bisherigen Erfahrungen.

  • Bei geringer Dosis: Euphorie, Enthemmung, Erregtheit, Rastlosigkeit, Ausgeglichenheit, Schweregefühl in Armen und Beinen, Benommenheit, Schmerzunempfindlichkeit, Wahrnehmungsverzerrungen, Halluzinationen, Müdigkeit, Aggressionen
  • Bei höherer Dosis: Zustand von völliger Teilnahmslosigkeit, fehlender Körperkontrolle, Bewegungsunfähigkeit, unartikuliertem Sprechen und unlogischem Denken, bis hin zu Bewusstlosigkeit und Narkose.

Die Wirkung tritt in Abhängigkeit von der Konsumform ein:

  • bei nasaler Einnahme nach etwa 2–5 Minuten
  • beim Schlucken nach etwa 20–60 Minuten
  • bei intravenösem Konsum sofort

Je nach Dosis hält der Rausch etwa 45 Minuten bis 2 Stunden lang an. Bei hohen Dosierungen soll es im Einzelfall zu Trips bis zu 2 Tagen gekommen sein.

Mögliche Nebenwirkungen

Der Rauschzustand unter PCP soll ähnlich einem akuten schizophrenen Schub sein.

Folgende Nebenwirkungen werden berichtet bzw. beobachtet: Benommenheit, Wahrnehmungsstörungen, Sprach- und Koordinationsstörungen, Störungen der Motorik (insbesondere Augenrollen, Gangstörungen), Speichelfluss, Paranoia, Halluzinationen und Aggressivität (gegen sich selbst und Andere).

Sehr häufig werden Horrortrips berichtet.

Eine Schädigung des Nervensystems kann insbesondere bei längerer Anwendung eintreten.

Wechselwirkungen

Der Mischkonsum von Phencyclidin und Alkohol kann Effekte verstärken und Halluzinationen, Ohnmacht, Atemdepression oder Atemstillstand bewirken.

In diesen Fällen bitte unbedingt den Notarzt rufen (siehe auch Erste Hilfe im Drogennotfall).

Safer Use

  • Da die PCP-Wirkung stark dosisabhängig ist, immer vorsichtig dosieren und langsam antesten!
  • Mischkonsum unbedingt vermeiden, auch mit Alkohol!
  • Es besteht erhöhte Unfallgefahr (Verkehrsunfälle, Stürze, Ertrinken etc.) und die Gefahr, sich selbst Verletzungen zuzufügen. Deshalb besser nicht allein und nicht an gefährlichen Orten (Baustellen, Dächer etc.) konsumieren!
  • PCP kann Psychosen auslösen. Psychisch vorbelastete Personen sind daher besonders gefährdet und sollten auf PCP verzichten.
  • Unter PCP-Wirkung kann es zudem vorkommen, dass du bestimmte Frequenzen nicht mehr wahrnimmst, welche aber trotzdem das Gehör schädigen. Musik also nicht zu laut hören bzw. Hörschutz benutzen!

Recht

Phencyclidin unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz und ist in Deutschland nicht verkehrsfähig.

Erwerb, Besitz und Handel sind daher strafbar und das führen von Fahrzeugen unter dem Einfluss von PCP ist verboten.

Nachweisbarkeit

PCP lässt sich im Urin ca. 2 Wochen nach der letzten Einnahme nachweisen. Bei regelmäßigem Konsum kann sich PCP - durch die Einlagerung der Droge im Fettgewebe des Körpers - bis zu 4 Wochen nachweisen lassen.

Im Blut kann PCP 7 bis 46 Stunden nachgewiesen werden.