Ich nehme häufig Drogen

Hinweise auf problematischem Drogenkonsum und Handlungsmöglichkeiten

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3. Erklärung

Sie haben sich und Ihr Konsumverhalten in Beschreibungen wiedergefunden, die Hinweise dafür bieten, dass ein so genannter problematischer Drogenkonsum oder Missbrauch von Drogen vorliegt. Es handelt sich bei diesem Konsummuster jedoch (noch) nicht um eine Drogenabhängigkeit.

Definition

Gemäß der allgemeingültigen Definition von Substanzmissbrauch (ICD-10) ist ein Missbrauch von Drogen dann gegeben, wenn sich innerhalb des vergangenen Jahres ein Verhalten aus einem der folgenden Bereiche herausbildet hat:

  1. Wiederholter Substanzgebrauch, der zu einem Versagen bei der Erfüllung wichtiger Verpflichtungen bei der Arbeit, in der Schule oder zu Hause führt
    z.B. wiederholtes Fernbleiben von der Arbeit und schlechte Arbeitsleistungen in Zusammenhang mit dem Substanzgebrauch, Schulschwänzen, Einstellen des Schulbesuchs oder Ausschluss von der Schule in Zusammenhang mit Substanzgebrauch, Vernachlässigung von Kindern und Haushalt
  2. Wiederholter Substanzgebrauch in Situationen, in denen es aufgrund des Konsums zu einer körperlichen Gefährdung kommen kann
    z.B. Alkohol am Steuer oder das Bedienen von Maschinen unter Substanzeinfluss
  3. Wiederkehrende Probleme mit dem Gesetz in Zusammenhang mit dem Substanzgebrauch
  4. Fortgesetzter Substanzgebrauch trotz ständiger oder wiederholter sozialer oder zwischenmenschlicher Probleme, die durch Auswirkungen der psychotropen Substanz verursacht oder verstärkt werden
    z.B. Streit mit dem Ehegatten über die Folgen der Intoxikation, körperliche Auseinandersetzungen

Ursachen und Verlauf

Menschen, die ein problematisches oder missbrauchendes Konsummuster haben, erleben die Auswirkungen des Konsums zunächst insgesamt positiv. Sie erfahren soziale Akzeptanz, fühlen sich einer Gruppe zugehörig und/oder beobachten die positiven Wirkungen bei Anderen.
Die positiven Konsequenzen steigern sich bei fortgesetztem Konsum: Sie erleben Rausch, Entspannung und Glücksgefühle.

Diese positiven Wirkungen werden besonders stark erlebt, wenn dadurch die Auseinandersetzung mit negativen emotionalen oder sozialen Begleitumständen vermieden werden können (Probleme in der Partnerschaft, Schwierigkeiten in der Schule / am Arbeitsplatz, schwieriges Elternhaus usw.). So lernt eine Person möglicherweise, Substanzen gezielt einzusetzen - alternative Lösungsmöglichkeiten werden vernachlässigt. Auf diesem Weg kann sich eine Drogenabhängigkeit ausbilden.

Um Handlungsalternativen zu erarbeiten und neue Wege zur Problembewältigung zu finden bedarf es oft professioneller Hilfe.

Wir geben auf der nächsten Seite Informationen, welche Möglichkeiten der Verhaltensänderung Ihnen zur Verfügung stehen.