Ich nehme häufig Drogen

Hinweise auf problematischem Drogenkonsum und Handlungsmöglichkeiten

Beitragsseiten

1. Einleitung

Auf den folgenden Seiten können Sie herausfinden, ob bei Ihnen möglicherweise ein so genannter problematischer Drogenkonsum oder Drogenmissbrauch vorliegt.

Sie sollten sich ein wenig Zeit nehmen, und bereit sein, die folgenden 3 Seiten aufmerksam "durch­zuarbeiten". Je ehrlicher und konzentrierter Sie sind, um so aussagefähiger wird das Ergebnis für Sie sein.

  • Auf der nächsten Seite finden Sie Aussagen, die Hinweise für die Einordnung Ihres Konsumverhaltens liefern können. Sie sollten entscheiden, welche Aussagen aus Ihrer Sicht auf Sie zutreffen. Am Ende der Seite finden Sie eine Anleitung zur Auswertung der Aussagen.
  • Auf der übernächsten Seite finden Sie eine Erklärung der Definitionen von problematischem Drogenkonsum und Drogenmissbrauch. Auch hier können Sie nochmals überprüfen, inwieweit diese Kategorie auf Sie zutrifft.
  • Auf der letzten Seite geben wir eine Empfehlung, die Ihnen Handlungsmöglichkeiten aufzeigt, die bei diesem Konsummuster sinnvoll sind.

Hinweis

Die Beschreibungen, Einordnungen und Empfehlungen sind kein diagnostisches Instrument, sie bieten lediglich erste Hinweise über das eigene Konsumverhalten.
Um eine Diagnose durchzuführen, bedarf es immer der Abklärung durch erfahrene Ärzte oder Psychologen in einer persönlichen Untersuchung.


2. Hinweise

















Auswertung

Damit die Konsumform problematischer Drogenkonsum / Drogenmissbrauch auf Sie zutrifft, müssen Sie den Aussagen 15, 16 und 17 zustimmen können und es sollten mindestens zwei weitere Aussagen aus dem Bereich 1 - 14 mit deutlicher Ausprägung auf Sie zutreffen.

Wenn dies nicht der Fall ist, arbeiten Sie bitte in der Kategorie Drogenabhängigkeit weiter.


3. Erklärung

Sie haben sich und Ihr Konsumverhalten in Beschreibungen wiedergefunden, die Hinweise dafür bieten, dass ein so genannter problematischer Drogenkonsum oder Missbrauch von Drogen vorliegt. Es handelt sich bei diesem Konsummuster jedoch (noch) nicht um eine Drogenabhängigkeit.

Definition

Gemäß der allgemeingültigen Definition von Substanzmissbrauch (ICD-10) ist ein Missbrauch von Drogen dann gegeben, wenn sich innerhalb des vergangenen Jahres ein Verhalten aus einem der folgenden Bereiche herausbildet hat:

  1. Wiederholter Substanzgebrauch, der zu einem Versagen bei der Erfüllung wichtiger Verpflichtungen bei der Arbeit, in der Schule oder zu Hause führt
    z.B. wiederholtes Fernbleiben von der Arbeit und schlechte Arbeitsleistungen in Zusammenhang mit dem Substanzgebrauch, Schulschwänzen, Einstellen des Schulbesuchs oder Ausschluss von der Schule in Zusammenhang mit Substanzgebrauch, Vernachlässigung von Kindern und Haushalt
  2. Wiederholter Substanzgebrauch in Situationen, in denen es aufgrund des Konsums zu einer körperlichen Gefährdung kommen kann
    z.B. Alkohol am Steuer oder das Bedienen von Maschinen unter Substanzeinfluss
  3. Wiederkehrende Probleme mit dem Gesetz in Zusammenhang mit dem Substanzgebrauch
  4. Fortgesetzter Substanzgebrauch trotz ständiger oder wiederholter sozialer oder zwischenmenschlicher Probleme, die durch Auswirkungen der psychotropen Substanz verursacht oder verstärkt werden
    z.B. Streit mit dem Ehegatten über die Folgen der Intoxikation, körperliche Auseinandersetzungen

Ursachen und Verlauf

Menschen, die ein problematisches oder missbrauchendes Konsummuster haben, erleben die Auswirkungen des Konsums zunächst insgesamt positiv. Sie erfahren soziale Akzeptanz, fühlen sich einer Gruppe zugehörig und/oder beobachten die positiven Wirkungen bei Anderen.
Die positiven Konsequenzen steigern sich bei fortgesetztem Konsum: Sie erleben Rausch, Entspannung und Glücksgefühle.

Diese positiven Wirkungen werden besonders stark erlebt, wenn dadurch die Auseinandersetzung mit negativen emotionalen oder sozialen Begleitumständen vermieden werden können (Probleme in der Partnerschaft, Schwierigkeiten in der Schule / am Arbeitsplatz, schwieriges Elternhaus usw.). So lernt eine Person möglicherweise, Substanzen gezielt einzusetzen - alternative Lösungsmöglichkeiten werden vernachlässigt. Auf diesem Weg kann sich eine Drogenabhängigkeit ausbilden.

Um Handlungsalternativen zu erarbeiten und neue Wege zur Problembewältigung zu finden bedarf es oft professioneller Hilfe.

Wir geben auf der nächsten Seite Informationen, welche Möglichkeiten der Verhaltensänderung Ihnen zur Verfügung stehen.


4. Handlungsmöglichkeiten

Ihre Situation

Sie können den Konsum von Drogen nicht mehr situationsangemessen steuern. Der Konsum wird fortgesetzt, obwohl für Sie selbst, oder für Ihr soziales Umfeld, oder für Ihre berufliche Situation negative Folgen eingetreten sind. Sie nehmen diese Folgen hin, da die Substanzeinnahme für Sie eine vorrangige Bedeutung entwickelt hat.

Wenn Sie illegale Drogen konsumieren setzen Sie sich häufig der Gefahr einer Strafverfolgung aus, wenn Sie unter Drogeneinfluss am Straßenverkehr teilnehmen, gehen Sie lebensgefährliche Risiken für sich und andere ein oder setzen zumindest den Besitz Ihres Führerscheins aufs Spiel.

Ihre Möglichkeiten

Auch wenn bei diesem Konsummuster eine Abhängigkeit (noch) nicht besteht, handelt es sich doch um ein gestörtes Verhalten. Ein unschöner Fachbegriff, der aber recht treffend das Grundproblem beschreibt: Der "normale" menschliche Mechanismus, das eigene Verhalten bei dauerhaft negativen Konsequenzen zu verändern, funktioniert nicht mehr. Zufriedenheit wird nicht mehr durch erfolgreiches Handeln und soziale Integration hergestellt, sondern über den Konsum von Drogen.

Um Bedingungen herzustellen, die für einen Drogenverzicht erforderlich wären, bedarf es in aller Regel einer fachlichen Beratung oder therapeutischen Maßnahme.

Viele Drogenberatungsstellen (auch die Jugend- und Drogenberatung Wolfsburg) bieten mit ambulanten Therapien eine Hilfsmöglichkeit an, die ohne großen Eingriff in Ihren Lebensalltag stattfindet.
Eine "Therapie-vor-Ort" beinhaltet zentral die Einleitung von Umlernprozessen, insbesondere bezogen auf die Bedingungen vor und nach der Substanzeinnahme.
Das Ziel einer solchen Maßnahme ist es, Sie in die Lage zu versetzen, (möglichst langfristig) auf den Konsum von Drogen zu verzichten.
Ob eine Entgiftungsbehandlung erforderlich ist, sollte fachlich abgeklärt werden.

Hilfe

Falls Sie bereit sind, die Hife einer Beratungsstelle in Anspruch zu nehmen, helfen wir Ihnen gern weiter. Wenn Sie nicht im Raum Wolfsburg wohnen, können wir Ihnen geeignete Beratungsstellen in Ihrer Nähe nennen. Unsere Kontaktdaten finden Sie hier.